Dienstag, 19. November 2013

Ruinen für die Gesellschaft
Die Ruinen der Stadt waren wie die Rache der Umwelt für ihre Zerstörung. Boshaft und gefährlich sahen sie aus, wie der verlassene Bau eines grausamen, blutdürstigen Raubtieres. Und das waren sie; an den Straßenlaternen hatte man die Unterlegenen aufgeknüpft. Im Wind schwangen ihre Leiber, der Schaukel eines kleinen Kindes gleich. Bald wären die soweit verwest, dass sie hinabstürzen würden, auf den Asphalt, dem sie bis zuletzt hatten entfliehen wollen. Einer von ihnen  hatte eine blutüberströmte Bibel vor sich liegen, das, wofür er sein Leben gegeben hatte. Man hatte schon lange gewusst, dass die Naturwissenschaften Wahrheiten brachten, Rettung, Sicherheit und Trost. Aber manche verstanden nicht, dass man mit dem Verbot sozialer Ideologien die Aufklärung aller geradezu unmöglich machte. Die Milizen der Hassprediger, der Verleiteten, derer, die zu wenig wussten, um zu urteilen, und genug, um andere von ihren falschen Urteilen zu überzeugen, hatten binnen weniger Monate alle Gotteshäuser überrannt, alle Wissenschaftsverleugner massakriert und das Banner der Aufklärung über Berge von Toten gehisst, die nicht für die wahre Aufklärung gefallen waren. Und so hatten sie noch etwas den Atomkraftwerken, den Bomben, der Kriegsmaschinerie angereiht, das den Narren bei ihrer Propaganda gegen die Wissenschaft half. Doch nichts davon war tatsächlich Teil der Wissenschaft; nur menschliche Narreteien, beruhend darauf, dass man genug wusste, um es fertigzustellen, aber nicht genug, um die Folgen zu kennen.

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